Sprungziele
Inhalt

Energieerzeugung

Fossile Energiequellen dominieren

In der Region FrankfurtRheinMain wird nicht genügend Energie erzeugt, um den Bedarf zu decken. Mehr als die Hälfte des benötigten Stroms muss in die Region importiert werden. Der Rest wird lokal produziert: in fossilen Kraftwerken, bei der Abfallverbrennung sowie aus erneuerbaren Energien. Insgesamt liegt der Anteil an fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdöl und Erdgas bei lokal erzeugtem Strom bei mehr als zwei Drittel (80 Prozent). In der Wärmeerzeugung sind es 74 Prozent.


Mehr als die Hälfte des Stroms importiert / Anteil fossiler Energie am größten

Um 2017 den gesamten regionalen Energiebedarf zu decken, mussten 60,1 Prozent des Stroms importiert werden. Das sind rund 11 Terawattstunden pro Jahr (TWh/a). Der Rest wurde zum größten Teil durch lokale fossile Kraftwerke gedeckt (31,9 Prozent oder ≈ 6 TWh/a). Aus erneuerbaren Energien stammen 4,6 Prozent (≈ 0,9 TWh/a), aus der Abfallverbrennung 3,4 Prozent (0,6 TWh/a) des Stromverbrauchs.


Die meisten Verbandskommunen importieren den Großteil des benötigten Stroms

Nur wenige Mitgliedskommunen haben genügend lokale Kapazitäten, um größere Teile ihres Stromverbrauchs decken zu können. Dazu gehören Frankfurt, Rüsselsheim, Offenbach und Großkrotzenburg mit ihren fossilen Kraftwerken. Schöneck, Karben, Friedberg, Weilrod, Nidderau und Florstadt decken größere Teile des eigenen Stromverbrauchs mit Windenergie. Flörsheim am Main kann den eigenen Stromverbrauch durch das Biomassekraftwerk sowie die Deponie- und Biogasanlage Wicker decken.


Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien – Biomasse wichtigster Energieträger

Die lokale Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien deckte im Jahr 2017 mit 865 Gigawattstunden (GWh) rund 4,6 Prozent des Stromverbrauchs in der Region. Den mit 38 Prozent (≈ 329 GWh/a) größten Anteil daran hatte die Stromerzeugung aus Biomasse, gefolgt von Photovoltaik mit 30 Prozent (≈ 258 GWh/a) und Wasserkraft mit 14 Prozent (≈ 121 GWh/a). Aus Windkraft wurden etwa 12 Prozent (≈ 102 GWh/a) erzeugt. Klär- und Deponiegas hatten mit 6 Prozent (≈ 55 GWh/a) den geringsten Anteil an der lokalen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien.


Entwicklung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (2001 bis 2017)

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien verdoppelte sich fast zwischen 2010 und 2017 von jährlich rund 587 GWh um etwa 45 Prozent auf circa 865 GWh. Besonders stark stieg die Photovoltaik-Stromerzeugung an – um etwa 141 Prozent (von 107 GWh auf 258 GWh). Die Stromerzeugung aus Wind hatte sich im gleichen Zeitraum mehr als verdoppelt (von 42 GWh auf 102 GWh).


Erneuerbare Stromerzeugung in den Verbandskommunen

Während alle Verbandskommunen mit Photovoltaik Strom erzeugen, konzentrieren sich die Windenergieanlagen auf den Osten und Nordosten des Verbandsgebietes (Stand 2017). So wurde in Schöneck, Weilrod, Karben, Friedberg, Nidderau und Florstadt durch Wind Energie erzeugt. Besonders viel Windenergie gab es in den Kommunen Schöneck und Weilrod.

Bei der Erzeugung von Strom aus Wasserkraft waren 2017 Standorte am Main wie Maintal, Offenbach, Frankfurt und Hattersheim mit ihren Staustufen im Vorteil. Die Staustufe Kostheim liegt zwar noch auf Hochheimer Gebiet, speist ihren Strom aber in Wiesbaden ein.

Zur Stromgewinnung aus Biomasse, Biogas und Deponiegas trugen vor allem die Biomassekraftwerke Wicker und Fechenheim sowie die ebenfalls in Wicker gelegene Bio- und Deponiegasanlage bei.


Wärmeerzeugung fast komplett aus fossilen Energieträgern

Der Wärmeverbrauch in der Region betrug 2017 rund 35 TWh. Bei der lokalen Wärmeerzeugung (ohne Wärme aus Strom) spielten nicht regenerative Technologien mit 98 Prozent (≈ 33 TWh/a) die Hauptrolle. Rund 17 Prozent der Wärme wurden fossil in Heizkraftwerken und Feuerungsanlagen (≈ 5,9 TWh/a) und 4 Prozent bei der Abfallverbrennung (≈ 1,4 TWh/a) produziert. Lediglich 2 Prozent (≈ 0,7 TWh/a) des Wärmeverbrauchs wurden 2017 durch erneuerbare Energien erzeugt.

Die restlichen 77 Prozent (≈ 26,6 TWh/a) wurden vermutlich durch fossilen Hausbrand gedeckt. Daten zur Energieerzeugung durch fossilen Hausbrand sind schwer zugänglich und konnten nur in Einzelfällen erhoben werden. Wärme wird in der Regel vor Ort produziert, da bei längerer Distanz zwischen Erzeugung und Verbrauch die Verluste sehr hoch sind und nur wenig Wärme die Verbraucher erreicht. Daher kann davon ausgegangen werden, dass die Höhe der durch fossilen Hausbrand erzeugten Wärme die Differenz von Wärmebedarf und erhobener Wärmeerzeugung ist.


Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien – Biomasse spielt die Hauptrolle

Nur etwa 2 Prozent der Wärme in der Region wurden 2017 durch erneuerbare Energien erzeugt. Dies entspricht 728 GWh/a. Davon wurde der Großteil, 66 Prozent (≈ 483 GWh/a), durch Biomasse und Biogas erzeugt. Hierunter fallen auch Holz und Reststoffe für den privaten Haushalt, wie zum Beispiel Pellets. Biomasse und Biogas waren damit sowohl bei der Strom- als auch bei der Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien die bedeutsamsten Energieträger in der Region. Wärmepumpen und flache Geothermie (bis 150 Meter Tiefe) erzeugten 21 Prozent (≈ 153 GWh/a) der lokalen, erneuerbaren Wärme. Der Anteil der Solarthermie betrug 9 Prozent (≈ 62 GWh/a), der von Klär- und Deponiegas 3 Prozent (≈ 23 GWh/a).


Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien (2001 bis 2017)

Wie die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien konnte auch die Wärmeerzeugung aus regenerativen Quellen von 2001 bis 2017 gesteigert werden. Im Vergleich zu 2010 erhöhte sich 2017 die lokale Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien um etwa 18 Prozent (von 616 GWh/a auf 728 GWh/a). Dabei war die Steigerung bei der Solarthermie, mit rund 24 Prozent (von 50 GWh/a auf 62 GWh/a), und bei Biomasse/Biogas, mit etwa 20 Prozent (von 404 GWh/a auf 483 GWh/a), am stärksten. Der Anteil von Wärmepumpen und der flachen Geothermie stieg im selben Zeitraum ebenfalls um rund 18 Prozent (von 129 GWh/a auf 153 GWh/a).

Datengrundlage zur Strom- und Wärmeerzeugung

Die Informationen zur Strom- und Wärmeerzeugung in der Region sind aus dem Kommunalen Energiesteckbrief für den Regionalverband FrankfurtRheinMain zusammengestellt (Stand 2017). Den Steckbrief wie auch detaillierte Daten zu den einzelnen Mitgliedskommunen und Landkreisen finden Sie unter Kommunale Energiesteckbriefe und im Klima-Energie-Atlas. Bei der Berechnung der Energiesteckbriefe sind wir von der Verfügbarkeit verschiedener Daten von Dritten abhängig, die teilweise erst mit einer Verzögerung von etwa 2 Jahren veröffentlicht werden.