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Energieverbrauch

Wärmebereitstellung verbraucht besonders viel Energie

Etwa 72 Terawattstunden (TWh) Endenergie wurden 2017 im Gebiet des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain verbraucht. Als Endenergie wird der Teil der produzierten Energie verstanden, welcher beim Verbraucher ankommt, zum Beispiel in Form von Brennstoffen oder Strom. Besonders viel Energie wird für Wärme verbraucht. Insgesamt dominieren fossile Energiequellen, der Anteil erneuerbarer Energien ist sehr gering.


Endenergieverbrauch: Für die Bereitstellung von Wärme wird die meiste Energie benötigt

Fast die Hälfte (46 Prozent oder ≈ 35 TWh) des gesamten Endenergieverbrauchs in der Region entfiel 2017 auf die Bereitstellung von Wärme. Etwa 29 Prozent wurde für fossile Kraftstoffe im Bereich Mobilität (≈ 22 TWh/a) und 25 Prozent als Strom (≈ 19 TWh/a) verbraucht. Der Stromverbrauch beinhaltet auch Strom für Wärmeerzeugung sowie Strom für Mobilität. Die hohen Anteile von Wärme und fossilen Kraftstoffen für Mobilität am Gesamtenergieverbrauch verdeutlichen, dass für die Energiewende neben der Stromerzeugung auch die Wärmeerzeugung sowie Kraftstoffe für Mobilität aus erneuerbaren Energiequellen sehr bedeutsam sind.


Wo wird Energie verbraucht?

Mit 35 Prozent verbrauchte der Sektor Mobilität 2017 die meiste Energie (≈ 26 TWh/a). Auf dem zweiten Platz folgte die Industrie mit 29 Prozent (≈ 22 TWh/a). Haushalte verbrauchten 22 Prozent (≈ 16 TWh/a) , der Sektor Gewerbe, Handel und Dienstleistungen 13 Prozent (≈ 9,5 TWh/a) der Endenergie. Die öffentlichen Einrichtungen inklusive Infrastruktur wiesen mit etwa 2 Prozent (≈ 1,5 TWh/a) den geringsten Anteil am Endenergieverbrauch auf.


Der Individualverkehr verbraucht mehr als die Hälfte der Energie des gesamten Sektors Mobilität

Der größte Energieverbraucher des Mobilitätssektors war mit über der Hälfte des Gesamtverbrauchs der motorisierte Individualverkehr (≈ 14 TWh/a). Dahinter folgten mit 24 Prozent der Güterverkehr (≈ 6 TWh/a) und mit 21 Prozent der öffentliche Personennahverkehr (≈ 6 TWh/a). Der Personenluftverkehr verursachte lediglich 3 Prozent des Energieverbrauchs in der Region (≈ 0,8 TWh/a).


Mehr als 80 Prozent der verbrauchten Energie des Sektors Mobilität stammt aus fossilen Brennstoffen

Der Mobilitätssektor ist geprägt von fossilen Kraftstoffen – mehr als 80 Prozent des Energieverbrauchs basierte 2017 darauf. Der am meisten verbrauchte Kraftstoff Diesel hatte einen Anteil von rund 45 Prozent (≈ 12 TWh/a). Knapp dahinter folgte Benzin mit 35 Prozent (≈ 9 TWh/a). Den geringsten Anteil aller Energieträger am Energieverbrauch hatte Kerosin mit rund 3,5 Prozent (≈ 0,9 TWh/a). Etwa 17 Prozent des Energieverbrauchs (≈ 4 TWh/a) im Sektor Mobilität wurde 2017 durch Strom gedeckt. Strom wird beispielsweise zum Betrieb von Straßenbahnen oder Elektrofahrzeugen genutzt.


Auch in den anderen vier Sektoren dominieren fossile Energieträger den Endenergieverbrauch

Die vier anderen Sektoren Haushalte, Industrie, öffentliche Einrichtungen sowie Gewerbe, Handel und Dienstleistung verbrauchten 2017 etwa 49 TWh Endenergie. Wie im Mobilitätssektor dominieren fossile Energieträger. Mit rund 37 Prozent (≈ 18 TWh/a) war Erdgas der am meisten genutzte Energieträger. Darauf folgte Strom mit 30 Prozent (≈ 14 TWh/a). Fernwärme (bestehend aus heißem Wasser) und Ferndampf (bestehend aus höher temperiertem Dampf) stellten 14 Prozent (≈ 7 TWh/a) des Verbrauchs dar. Fast 13 Prozent (≈ 6 TWh/a) wurde durch Kohle (inklusive Hausbrand) und Erdöl gedeckt. Der als „Sonstiges“ angegebene Anteil enthält weniger verbreitete Energieträger, wie zum Beispiel Flüssiggas. Der Anteil der lokal erzeugten Energie aus erneuerbaren Energieträgern war mit 0,7 Prozent (≈ 0,4 TWh/a) bisher sehr gering.
Fast 50 Prozent des Endenergieverbrauchs ergibt sich allein aus den fossilen Energieträgern Kohle, Erdöl und Erdgas. Dabei ist der Anteil an Fernwärme und Ferndampf, welche mit fossilen Energien erzeugt wurden, sowie der Anteil fossiler Energieträger im deutschen Strom-Mix 2017 nicht mit eingerechnet.

Datengrundlage zum Strom- und Wärmeverbrauch

Die Informationen zum Strom- und Wärmeverbrauch in der Region sind aus dem Kommunalen Energiesteckbrief für den Regionalverband FrankfurtRheinMain zusammengestellt (Stand 2017). Den Steckbrief wie auch detaillierte Daten zu den einzelnen Mitgliedskommunen und Landkreisen finden Sie unter Kommunale Energiesteckbriefe und im Klima-Energie-Atlas. Bei der Berechnung der Energiesteckbriefe sind wir von der Verfügbarkeit verschiedener Daten von Dritten abhängig, die teilweise erst mit einer Verzögerung von etwa 2 Jahren veröffentlicht werden.