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CUBITY Living-LAB in Frankfurt/Niederrad

Wie lässt sich kurzfristig Wohnraum schaffen, der energetisch sparsam ist und neue Wege im sozialen Miteinander einschlägt? CUBITY Living-LAB, das weltweit erste Studierendenwohnheim im Plus-Energie-Standard, zeigt für diese Fragen Lösungen auf.

CUBITY (Wortschöpfung aus cube – city – unit) ist aus einem Forschungsvorhaben hervor gegangen, dessen Leitmotiv „Dorf im Haus“ Wohnstandards hinterfragt und räumliche sowie energetische Suffizienz, also den verantwortungsbewussten Umgang mit Energie- und Ressourcenverbrauch, anstrebt. 2016 wurde CUBITY auf einem Grundstück des Kooperationspartners Nassauische Heimstätte Wohnstadt in Frankfurt/Niederrad aufgebaut und von zwölf Studierenden bezogen. Der Schwerpunkt der Forschung liegt in der Begleitung der Nutzer*innen durch ein energetisches und sozialwissenschaftliches Monitoring.

  • © Thomas Ott

    Marktplatz - Treffpunkt in der Mitte des Gebäudes

  • © Thomas Ott

    Wohnkubus


Das räumliche Konzept von CUBITY berücksichtigt die Bedürfnisse des Einzelnen nach Privatheit, stellt jedoch die gemeinsamen Aktivitäten in den Fokus. Auf einer Grundfläche von 16 m x 16 m sind zwölf Wohnkuben paarweise übereinander um einen zentralen Gemeinschaftsbereich, den „Marktplatz“, angeordnet. Der mit multifunktionalen Einbaumöbeln sowie einer vorgefertigten Sanitärzelle ausgestattete private Wohnraum in den Kuben beträgt 7,2 m².

CUBITY erzeugt mit Hilfe einer Photovoltaikanlage auf dem Dach die Energie für eine reversible (Umkehr von Heizen auf Kühlen möglich) Luft-Wasser-Wärmepumpe, die Heizung und Kühlung des Wohnhauses regelt. Ein Heizwasser-Wärmespeicher stellt die Warmwasserversorgung sicher. Das Gebäude ist in einzelne klimatische Bereiche aufgeteilt, denen je nach Jahreszeit unterschiedliche Zieltemperaturen zugeordnet werden. Die höchste Komfortqualität wird in den Wohnkuben erreicht.

CUBITY besteht aus einer Holzkonstruktion, einer Gebäudehülle aus Polycarbonat-Elementen und Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen. Es lässt sich in nur sechs Wochen errichten. Kommunen können damit Baulücken besonders schnell nachverdichten, weil die vorgefertigten Konstruktionsteile und der Einsatz von Schraubfundamenten Transport, Auf- und Rückbau vereinfachen. CUBITY eignet sich somit auch für die Zwischennutzung von urbanen Flächen.

CUBITY stellt einen Meilenstein für nachhaltiges Bauen dar und hat das Potenzial, den Entwicklungsprozess von Plus-Energie-Gebäuden entscheidend zu beeinflussen.


  • © Thomas Ott

    Die beleuchtete Gebäudehülle betont nachts die Konstruktion

  • © Thomas Ott

    Cubity in der Adolf-Miersch-Straße in Frankfurt

Logo CUBITY TUDarmstadt


Technische Daten

Stromerzeugung

Regenerativ durch Photovoltaikanlage mit 78 polykristallinen Modulen je 255 Watt Peak. Jährlicher Ertrag zirka 21.200 Kilowattstunden. Batteriespeicher zur Erhöhung des Eigenverbrauchs.

Wärme- und Kälteerzeugung

Monovalente Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Wärme- und Kältespeicher.

Trinkwarmwasser

Vorerwärmung des Warmwassers über Luft-Wasser-Wärmepumpe. Individuelle Temperaturwahl in den Wohnkuben über elektrische Durchlauferhitzer.

Konditionierung

Differenzierte Temperaturzonen für die Wohnkuben, den Gemeinschaftsbereich und die Verkehrsflächen.

Wohnkuben: individueller Komfortbereich mit Deckensegeln zum Heizen und Kühlen. Gemeinschaftsbereich und Flurzonen: Flächentemperierung über den Fußboden mit Heiz- und Kühlfunktion.

Lüftung

Differenziertes Lüftungskonzept für die Wohnkuben und den Gemeinschaftsbereich. Mechanische Steuerung der Öffnungsflügel in den Gebäudeecken und im Dach beziehungsweise Bedarfsunterstützung durch mechanische Lüftungsanlage in den Wohnkuben.

Erlebbarkeit und Kontakt

Ansprechpartner*in

Technische Universität Darmstadt
Fachbereich Architektur
Fachgebiet Entwerfen und Gebäudetechnologie, Prof. Anett-Maud Joppien
info@egt.tu-darmstadt.de

Führungen

Führungen sind nach Abstimmung mit dem Fachgebiet Entwerfen und Gebäudetechnologie und Einverständnis des Studentenwerks Frankfurt möglich

Informationen

https://cubity.de/

ÖPNV-Anbindung

Von Frankfurt Hauptbahnhof mit der S7, 8 oder 9 nach Niederrad Bahnhof, dann 200 m Fußweg zur Adolf-Miersch-Straße oder mit der Tram 12 von Frankfurt Hauptbahnhof bis Haltestelle Melibocusstraße.

Navigations­adresse

Adolf-Miersch-Straße 46, 60528 Frankfurt am Main


Förderung durch:

  • Stufe 1 – Entwicklung des  Prototyps 2013-2014 (Auszeichnung beim Solar Decathlon Europe 2014 in Versailles): Hessische Ministerien für Wissenschaft und Kunst (HMWK) und für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW)

  • Stufe 2 – LivingLAB 2015-2019: Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW)

  • Stufe 3 – „CUBITY 2.0 - Vom Prototyp zur Marktreife“ 2019-2021: Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW)


Kooperation mit:

  • DFH – Deutsche Fertighaus Holding AG

  • Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte Wohnstadt

  • Studentenwerk Frankfurt am Main