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Gewinner*innen der Kategorie »Balkon, Terrasse, Hof-, Fassaden-, Dachbegrünung, Fensterbank (außen)«

1. Platz: Krisztina und Bernhard Krauss aus Rosbach vor der Höhe - Hofbegrünung

Kurzbeschreibung

Unser Ziel war es, dass unser kleiner und karger Hof einer Fachwerkreite grün und lebendig wird. Zusammen mit unserem Sohn geplant und mit tatkräftiger Unterstützung von Oma und Opa haben wir in 2019 den Hof umgestaltet.

Der erste Schritt war die Entsiegelung. Die Betonpflastersteine zu 100 Prozent raus und nur noch ein Drittel Basaltkopfsteinpflaster für die Erschließungswege rein. Kunststoffregentonnen raus und eine große Regenwasserzisterne mit 3,7 m3 rein, damit für die kommenden Jahre immer genug Regenwasser zur Verfügung steht. Nach Zonen getrennt (sonnig, halbschattig, schattig und feucht) wurden verschiedene Bereiche angelegt.

Es entstanden nährstoffarme Flächen, ein Schattenbeet, Dach- und Wandbegrünung, Trockenmauern u.a. mit einer Mauerkronenbepflanzung, ein Miniteich und verschiedene Sitzmöglichkeiten. Wir haben einheimische Wildpflanzen (Stauden und Sträucher) und einen Baum (Eberesche) gepflanzt, Frühblüher (Zwiebeln) gesetzt und verschiedene Saatgutmischungen (Sonniger Saum, Wildblumenwiese, Mischungen für Dach und Magerstandorte) eingesät.

Auf kleinster Fläche (135 m2) ist somit ein vielfältiger, abwechslungs- und artenreicher Natur-Erlebnis-Hof entstanden, der nicht nur Insekten und Vögel anzieht, sondern auch viele neugierige Besucher aus dem Ort.

Porträt

Naturgärtner Ehepaar Krauss

Vor allem an hochsommerlichen Tagen verwandelte sich der ehemals mit Betonsteinen gepflasterte Hof oftmals in eine flirrende ‚Hitzekammer‘. Vor zwei Jahren beschlossen Krisztina und Bernhard Krauss, den Hof ihres Fachwerkhauses zum Naturgarten umzugestalten. „Wir wollten es grüner haben und mit entsiegelten Flächen ein angenehmes Mikroklima schaffen, in dem sich Menschen wohl fühlen und Wildbienen als auch andere Insekten etwas von den einheimischen Wildpflanzen haben.“

Mittlerweile ist der Hof im Ortskern von Rosbach vor der Höhe eine artenreiche Oase, in der Wilder Wein rankt und Hopfen als Fassadenbegrünung heraufwächst. Miniteich, Wildblumenwiese, Schattenbeet und das begrünte Dach der aus Holz errichteten Mülltonnen-Einhausung gliedern den Hof in unterschiedliche Bereiche. Mittendrin verläuft, inklusive Tunnel, eine Gartenbahn, die Sohn Vincent zwischen Stauden, Rosen und Kräutern an ausgewählten Tagen das ganze Jahr über fahren lässt.

Weitere Highlights in dem 135 Quadratmeter großen Hof ist neben einer neu gepflanzten Eberesche die neue Zisterne, die bewusst nur zur Hälfte im Erdreich verbaut wurde. Verkleidet wurde die Zisterne mit regionalem Taunusschiefer in Trockenmauertechnik und bietet so einen weiteren Lebensraum zusätzlich zur Sichtschutzfunktion zur öffentlichen Straße hin.

Um den Hof in solch ein grünes Refugium zu verwandeln, hat das Ehepaar eine berufsbegleitende Fortbildung in Sachen Naturgarten absolviert. Mit der aufwendigen Umgestaltung wollen sie vor ihrer eigenen Haustüre ein Stück dazu beitragen, dass es weniger Versiegelung und deutlich mehr Raum für Biodiversität im Siedlungsbereich gibt. "Der Wettbewerb »Blühende Gärten«", sagt Bernhard Krauss, „trifft den Puls der Zeit“.

Krisztina und Bernhard Krauss (Rosbach vor der Höhe)


2. Platz: Günter Bodirsky aus Bad Vilbel - Dachbegrünung

Kurzbeschreibung

Die Gartenhütte überspannt grenzüberschreitend gleich zwei neben­einander­liegende Reihen­hausgärten und reduziert dadurch die überbaute Fläche. Sofort war auch entschieden, die Dachfläche zu begrünen. Diese Entscheidung ist jetzt 23 Jahre her und erfreut uns jedes Jahr durch die Blüten­pracht aufs Neue.


3. Platz: Gabriele Jurczyk aus Sulzbach - Balkon

Kurzbeschreibung

Ich wollte dieses Jahr meinen Balkon so bepflanzen, dass möglichst viele Insekten, Bienen, Hummeln usw. davon profitieren. Neben dem Schmetterlingsfliederbusch und Stauden in Kübeln stehen die 4 m Balkonkästen im Mittelpunkt. Zunächst nur mit Salbei und Lavendel bepflanzt, habe ich Samen aus insektenfreundlichen Mischungen dazu gegeben und zu meiner großen Freude eine herrliche Mischung erzeugt, die mir täglich Freude macht: sowohl die bunten Blüten als auch der reichlich starke Flugverkehr waren noch nie so groß, wie jetzt.

Porträt

Gabriele Jurczyk

Es gab diesen einen Moment nach einer Autofahrt, in dem Gabriele Jurczyk nachdenklich wurde. Wo sind all die Insekten, die früher nach Reisen mit dem Pkw die Windschutzscheibe verklebten? „Mir wurde schlagartig bewusst, wie stark die Insektenbestände in unseren Breiten jetzt schon reduziert sind“, sagt sie.

Die Sulzbacherin entschied sich dafür, auf ihrem großen, langen Balkon neuen Lebensraum für Bienen und Insekten zu schaffen. „Ich habe unter anderem Salbei, Lavendel, Schmetterlingsflieder, Eisenhut, Rittersporn, Lupinien und andere Stauden gepflanzt.“ Schon seit einigen Jahren verwendet sie bewusst bienenfreundliche Samenmischungen, erzählt die 55-Jährige.

Mittlerweile ist ihr Balkon zum beliebten Zielgebiet für Bienen geworden. „Es ist großartig, welchen Flugverkehr ich manchmal beobachten kann.“ Die Betriebswirtin mit dem Faible für Blumen sieht beim Thema Biodiversität und Nachhaltigkeit ein allgemeines Umdenken. „Schottergärten und immer mehr Flächenversiegelung, das geht so nicht weiter“, sagt die Sulzbacherin.

Dass sich viele Menschen wieder viel mehr für den eigenen Garten oder Balkon interessieren, hat ein Stück weit auch mit den Erfahrungen während der Pandemie zu tun. Gabriele Jurczyk sagt: „Für mich ist der Balkon mein eigenes, grünes Naherholungsgebiet!“

Gabriele Jurczyk (Sulzbach am Taunus)



4. Platz: Horst Baldauf aus Liederbach - Balkon

Kurzbeschreibung

Leider ist in diesem August die Blüte des Salbeis, der es mir und auch den Insekten sehr angetan hat, schon vorbei. Aufgrund der heißen Tage wollte auch die Pracht der insektenfreundlichen Pflanzen nicht so recht gedeihen. Manche gesäten Pflanzen wollten sich so gar nicht gerne zeigen.

Trotzdem möchte ich Ihnen meinen Balkon nicht vorenthalten der mir jedes Jahr große Freude macht. Zudem hatte ich Besuch von zahlreichen Schmetterlingen und Insekten, selbst Libellen zeigten sich.


5. Platz: Gabi Mosbrugger aus Frankfurt am Main - Dachterrasse

Kurzbeschreibung

Die ausgewählten drei Fotos habe ich auf unserer Dachterrasse am Riedberg gemacht. Der Riedberg ist ein Neubaugebiet mit vielen versiegelten Flächen. Nur wenige Bewohner zeigen Interesse an insektenfreundlicher Bepflanzung. Fast alle Balkone sind „kahl“.

Dem versuchen wir etwas entgegenzusetzen und pflanzen in großen Kübeln fast ausschließlich Staudenpflanzen, die Nahrung für Insekten geben, wie Buntnessel, Rudbeckia, Lavendel, Thymian, Fenchel, Taglilie, Salbei, Löwenmäulchen, Feuerbohnen und Schönaster.

An diesen Pflanzen habe ich unterschiedlichste Wildbienen, Wespen und Schwebfliegen beobachtet. Ergänzend habe ich etliche Töpfe mit verschiedenen Pfefferminz- und Basilikumarten bepflanzt, die vor allem von Honigbienen besucht werden. Die Buddleja wurde vor zwei Jahren von vielen Schmetterlingen aufgesucht, in diesem Jahr konnte ich nur einen Schmetterling beobachten. Dafür war die Alliumpflanze ein regelrechter Magnet für Honigbienen.


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