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Datum: 12.08.2021

Sommer auf der Streuobstwiese

Streuobst­wiesen gehören zu den arten­reichsten Lebensräumen in Deutschland und Mitteleuropa. Sie beher­bergen bis zu 5.000 verschiedene Tier- und Pflanzen­arten. Vor allem im Sommer ist diese Arten­vielfalt gut zu beobachten, denn zu dieser Zeit herrscht dort ein reges Treiben. Die blühenden Wild­blumen, Kräuter und alle anderen Pflanzen­gesell­schaften am Wiesen­boden sind Nahrungs­quelle für verschiedene Bienen­arten, Schmetterlinge und zahl­reiche weitere Insekten, Amphibien, Reptilien und kleine Säugetiere, wie zum Beispiel Sieben­schläfer oder Fledermäuse. Streuobst­wiesen weisen neben dieser Arten­vielfalt auch eine große strukturelle Vielfalt auf. Gräser, Baum­kronen, Sträucher und Totholz bieten verschie-denen Vogel­arten und Fleder­mäusen nicht nur Nahrung, sondern auch Unterschlupf und im Frühjahr Nist­möglichkeiten.

In den Sommer­monaten entwickeln sich die Früchte der verschiedenen Obst­bäume, die meist ab Mitte September erntereif sind. Doch die Bäume haben in diesen Monaten auch mit der zunehmenden Trockenheit zu kämpfen. Besonders in den letzten Jahren war es im Rhein-Main-Gebiet außergewöhnlich trocken, was viele Bäume geschwächt und anfälliger gegenüber Krank­heiten und Schäd­lingen gemacht hat. Vorsorge und Pflege werden zu jeder Jahreszeit, insbesondere aber im Sommer, immer wichtiger und gerade Jungbäume müssen dann ausreichend gewässert werden.

Im Verlauf des Jahres bildet sich auf dem Wiesen­boden eine dichte Schicht aus Gräsern und anderen Pflanzen. Um einer Vergrasung oder Verbuschung der Streuobst­wiese entgegen­zuwirken, werden diese daher im Sommer gemäht oder beweidet. Um die Arten­vielfalt zu erhalten, sollte auf den Streuobst­wiesen nicht öfter als zweimal im Jahr gemäht werden. Traditionell geschieht dies in der zweiten Juni­hälfte und im August. Die Küken bodenbrütender Vögel, wie zum Beispiel Nachtigall, Zilpzalp oder Goldammer, haben dann bereits ihr Nest verlassen. Auch die meisten Pflanzen hatten bis dahin genügend Zeit, um auszusamen. Bei einer Beweidung der Fläche durch beispiels­weise Rinder oder Schafe ist darauf zu achten, dass die Obst­bäume vor dem Verbiss der Tiere geschützt werden.