Über die Bedeutung kommunaler Grünflächen im Klimawandel
Drittes Vernetzungstreffen der Grünflächen- und Umweltämter auf Einladung des Regionalverbandes
Wie lassen sich unsere Städte und Gemeinden im Zeichen des voranschreitenden Klimawandels so gestalten, dass sie lebenswerte und artenreiche Lebensräume bieten? Und wie gelingt diese Transformation angesichts begrenzter finanzieller und personeller Ressourcen? Eine Daueraufgabe, bei der es viel Sinn macht, dass Kommunen untereinander Ideen und Lösungsansätze austauschen.
Genau das ist die Zielsetzung des Vernetzungstreffens der Grün- und Umweltflächenämter des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain, das jetzt zum dritten Mal stattgefunden hat. Am 24. März 2026 nahmen gut 60 Fachleute aus den Verwaltungen der 80 Verbandskommunen, den Landkreisen und Landesbehörden an der Veranstaltung im Haus der Region teil.
„Bei der Konzeption und Pflege öffentlicher Grünflächen kommen viele Anforderungen zusammen: Sie sollen attraktiv gestaltet sein, die Biodiversität fördern, das aufgeheizte Mikroklima in den Innenstädten abmildern, Niederschläge aufnehmen und gleichzeitig möglichst kostengünstig und pflegeleicht sein. Um unsere Mitgliedskommunen bei dieser anspruchsvollen Aufgabe zu unterstützen, haben wir vor einigen Jahren das Vernetzungstreffen für Grünflächen- und Umweltämter ins Leben gerufen. In diesem regionalen Forum können sich die Kolleginnen und Kollegen aus den zuständigen Ämtern direkt austauschen, erfolgreiche Praxisansätze vorstellen und gute Ideen teilen – davon profitieren letztlich alle Menschen und die Artenvielfalt in unserer Region“, sagte Rouven Kötter (SPD), Erster Beigeordneter des Regionalverbandes.
Im Zeichen des fortschreitenden Klimawandels rückt die Gestaltung der öffentlichen Grünflächen immer stärker in den Fokus. „Entsprechend angelegte Grünflächen helfen in ausgeprägten Hitzeperioden, vor allem eng bebaute Innenstadtareale abzukühlen. Sie haben außerdem eine wichtige Funktion als Wasserspeicher und tragen als nicht versiegelte Flächen zur wichtigen Grundwasserneubildung vor Ort bei“, sagte Dr. Kirsten Schröder-Goga, Leiterin der Abteilung Klima, Energie und Nachhaltigkeit im Regionalverband.
Welche strategischen Ansatzpunkte es für lebenswerte, grüne und artenreiche Städte gibt, das stellte Dr. Robert Bartz vom Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“ beim Vernetzungstreffen vor. Entscheidend sei, die Ausgangslage genau zu kennen, den Austausch mit anderen Kommunen sowie Aktiven zu suchen und darauf aufbauend die Ziele zu definieren. Dabei ist es wichtig, die langfristige Wirksamkeit der Maßnahmen im Blick zu behalten.
Wie sich auf öffentlichen Grünflächen Insekten für die Artenvielfalt gezielt fördern lassen, stellte Iris Sparwasser vom Landschaftspflegeverband Main-Kinzig-Kreis vor. Durch die Anlage von Wildstaudenbeeten und naturnahen Wiesensäumen können im Stadtgebiet Ersatzlebensräume geschaffen werden, in denen sich das komplexe ökologische Netzwerk zwischen Tieren und Pflanzen auch hier entwickeln kann.
Auf welche Art und Weise Umweltkommunikation Verständnis und Akzeptanz für naturnahe und zunehmende Begrünung schaffen kann, das erklärte Juliane Zenner-Büttner vom Umweltamt der Stadt Frankfurt. Mit der Kommunikation möchte sie Brücken zu den Bürgerinnen und Bürgern sowie zwischen den zuständigen Behörden bauen. Denn Brücken bauen bedeutet, Unterschiede ernst zu nehmen und Lösungen zu ermöglichen.
Im Anschluss an die Fachvorträge bestand die Möglichkeit, den fachlichen Dialog fortzusetzen. In den Arbeitsgruppen „Strategien für mehr Stadtgrün, „Grünflächenanlage und -pflege“ sowie „Kommunikation der Kommune“ vertieften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Vernetzungstreffens die Diskussionen und den gegenseitigen Austausch.
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