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Datum: 03.03.2026

3. März: Tag des Artenschutzes – Städte als Lebensraum

Foto: KulturRegion FrankfurtRheinMain gGmbH

Der Siedlungsraum wird oft als Gegensatz zur Natur wahrgenommen. Für den Artenschutz spielt er jedoch eine zunehmend wichtige Rolle. Angesichts von Flächenversiegelung, intensiver Landwirtschaft und Flächenzerschneidung gewinnen urbane Lebensräume als Rückzugsorte für viele Tier- und Pflanzenarten immer mehr an Bedeutung. Besonders deutlich ist dies in Ballungsgebieten wie dem verdichtete Rhein-Main-Gebiet, in dem Freiraum und städtischer Raum eng aneinandergrenzen.

Während auf landwirtschaftlichen Flächen durch Monokulturen und den Einsatz von Pestiziden vielerorts die Artenvielfalt zurückgeht, entstehen im Siedlungsraum vielfältige Kleinstrukturen wie Gärten, Parks, Dachbegrünungen, Brachflächen oder Straßenränder. Sie bieten Nahrung, Nistplätze und Rückzugsorte. Tatsächlich haben sich einige Arten sehr gut an die Bedingungen in der Stadt angepasst. Haussperling, Hausrotschwanz, Turmfalke und Zwergfledermaus beispielsweise sind eng an Gebäude gebunden und nisten in Mauerwerken und unter den Dächern von Altbauten.

Überraschend ist, dass manche Städte heute eine höhere Artenvielfalt aufweisen als intensiv genutzte ländliche Räume. Dabei ist die Qualität der Gestaltung des Stadtgrüns entscheidend: Versiegelte Flächen oder Schottergärten bieten kaum ökologischen Wert, vielfältig bepflanzte Grünflächen hingegen schon. In naturnah gestalteten Grünanlagen und auf Blühflächen mit heimischen Pflanzen finden Insekten wertvolle Nahrungsquellen. Auch die Grünpflege muss artenfreundlich ausgestaltet sein wie zum Beispiel durch selteneres Mähen und den Verzicht auch Pestizide. Wichtig ist es auch, die Verbindungen zwischen solchen Grünflächen mitzudenken. Dabei kann es hilfreich sein, die Perspektive zu wechseln: Für einen Igel kann schon ein einfacher Gartenzaun eine unüberwindbare Barriere darstellen. Stadtbäume, die häufig ein hohes Alter erreichen, da sie nicht zur Holzproduktion angepflanzt werden, bieten besonders wertvolle Habitate. Sie gilt es, zu schützen und zu pflegen.

Individuelle Maßnahmen leisten ebenfalls einen Beitrag. Artenfreundliche Gärten und Balkonbepflanzungen können im Stadtgebiet zu Oasen für Insekten werden. Wer im (Vor-)Garten statt Kies eine bunte Mischung aus Wildblumenwiese, offenen Bodenstellen, Stein- und Holzhaufen anlegt, bietet Schmetterlingen, Wildbienen und anderen Insekten einen Lebensraum. Auch begrünte Fassaden und Gründächer leisten hierzu einen Beitrag.

Der Siedlungsraum ist längst nicht mehr nur Lebensraum für den Menschen. Bei richtiger Gestaltung kann er ein wichtiger Baustein im Netzwerk des Artenschutzes sein und gleichzeitig die Lebensqualität in der Stadt unmittelbar steigern.

Broschüre - Tipps zum insektenfreundlichen und klimarobusten Gärtnern: www.klimaenergie-frm.de/gaertnern

Beispiele für Begrünungen im städtischen Raum: www.klimaenergie-frm.de/fotos