Rahmenthemen der Reallabore
Reallabor 1: Maßnahmenpakete für die Mobilitätswende
In diesem Reallabor geht es um die Umsetzung von Maßnahmen, die neben der Förderung des öffentlichen Nahverkehrs sowie des Fuß- und Radverkehrs auch die Nachfrage nach motorisiertem Individualverkehr betreffen.
Beispiele dafür sind eine gerechtere Flächenaufteilung im öffentlichen Raum zugunsten des Fuß- und Radverkehrs, die Ausweitung verkehrsberuhigter Zonen (z. B. so genannte Superblocks), Vorrang für die Verkehrsmittel des Umweltverbundes (z. B. Fahrradstraßen) oder Tempo 30 auf innerörtlichen Hauptstraßen.
Trotz des großen Handlungsdrucks sind die Kommunen bisher in der Regel zurückhaltend bei der Umsetzung entsprechender Maßnahmen, da diese häufig mit einer gefühlten oder tatsächlichen geringen politischen und gesellschaftlichen Akzeptanz verbunden werden.
In diesem Reallabor sollen sie daher möglichst breit unterstützt werden
- durch die Vorbereitung und Begleitung der Maßnahmenumsetzung mittels (rechtlicher) Beratung
- durch Stakeholder-Workshops
- durch Analysen von bereits andernorts erfolgreich umgesetzter Maßnahmen und
- durch ein umfassendes Wirkungsmonitoring.
Gesucht werden Ideen, die neben der lokalen Wirkung auch eine regionale Relevanz haben, in dem sie entweder gut übertragbar sind bzw. direkt in mehreren Kommunen parallel umgesetzt werden können oder regionale Verkehrsströme betreffen.
Reallabor 2: Lebenswerte und sozial-gerecht gestaltete Quartiere
Die lebenswerte Gestaltung von Stadtquartieren spielt bei der Umsetzung der Mobilitätswende eine entscheidende Rolle und ist Thema dieses Reallabors.
Unter Einbindung von Nachbarschaftsinitiativen, Politik, Planung und lokaler Wirtschaft sollen quartiersspezifische Maßnahmen entwickelt und erprobt werden, die sozial-ökologische Ziele berücksichtigen (z. B. Emissionsminderung bei gleichzeitiger Sicherung sozialer Teilhabe). Begleitet wird dies durch eine sozialwissenschaftliche Erhebung der Bedürfnisse und der Zufriedenheit der Bewohnerinnen und Bewohner im Quartier.
Gesucht werden Kommunen mit konkreten Ideen oder bereits ersten Schritten zur Umgestaltung eines Quartiers (z. B. Umverteilung von Verkehrsflächen, Parklets, Parkraummanagement oder temporäre Verkehrsversuche) und an einem konstruktiven Austausch mit anderen Kommunen über erfolgreiche Transformationsprojekte im Mobilitätsbereich interessiert sind. Dabei sind sowohl Maßnahmen im Bestand, als auch im Neubau möglich.
Reallabor 3: Ausbau und Kopplung von Erneuerbaren Energien und Elektromobilität
Der Umbau der Energieversorgung hin zu einer klimafreundlicheren Mobilität ist in vollem Gange. Insbesondere die Verfügbarkeit und Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien wird zukünftig noch mehr an Bedeutung gewinnen. Ziel dieses Reallaborvorhabens ist es, vorhandene Flächenpotenziale für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zu mobilisieren und den erzeugten Strom vor Ort effizient und wirtschaftlich zu nutzen.
Gesucht werden Kommunen und andere Akteure, die innovative und/oder bereits erfolgreich erprobte Instrumente selbst umsetzen und damit weiter in die Fläche bringen wollen. Beispiele sind der Ausbau der Photovoltaik in der Kommune (u. a. Verbesserung der Wirtschaftlichkeit durch Optimierung des Eigenverbrauchs, treibhausgasneutrale Gestaltung der Mobilität der Kommunalverwaltung) oder Wohnungsbaugesellschaften, die Erneuerbare Energien und Elektromobilität in ihrem Einflussbereich ausbauen wollen (z. B. mit Mieterstrommodellen).
Reallabor 4: Integrierte Planung von ganzheitlichen (verkehrsmittelübergreifenden) Mobilitätsangeboten
In diesem Reallabor geht es um die Umsetzung und Verstetigung ganzheitlicher Ansätze für eine nachhaltige Mobilität in der (inter)kommunalen Planung.
Dabei geht es insbesondere um organisatorische und prozessbildende Maßnahmen, wie z. B. den Aufbau eines interkommunalen E-Bike- oder Lastenradpools für die Erprobung durch Bürgerinnen und Bürger. Gemeinsam mit den wissenschaftlichen Partnern werden Planungsprozesse als ganzheitliche Ansätze für klimafreundliche Mobilitätspraktiken im Alltag entwickelt und erprobt:
Welche Formen der Beteiligung und der Erprobung sind notwendig? Wie können bestehende Planungsinstrumente genutzt werden und sind neue erforderlich? Welche Formen der Zusammenarbeit braucht es, um Mobilität ganzheitlich zu betrachten?
Gesucht werden Ideen, die aufzeigen, wie durch Kooperation auf interkommunaler Ebene oder gemeinsam mit Wirtschaft und Zivilgesellschaft Mobilitäts- (und Alltags-) Lösungen entstehen, die klimaschonendes Verkehrsverhalten fördern und attraktiv machen; zum Beispiel im Bereich der Pendler-, Einkaufs- oder Freizeitmobilität.