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Immaterielles Kulturerbe »Streuobstanbau«, »Handwerkliche Apfelweinkultur« & »Handwerkliche Brennkunst«

Egal ob bei der Streuobstwiesenpflege, der Verarbeitung der Produkte zum heiß begehrten Apfelwein und zu hochwertigen Destillaten oder der Förderung von Streuobstwiesenanlagen und -aktionen, Streuobstwiesen sind eine Gemeinschaftsaufgabe. Nur zusammen kann das Wissen um die traditionsreiche Handwerkskunst und Wertschätzung des Streuobstwissens bewahrt und weitergegeben werden. Eine große Anerkennung für die vielen Aktiven im Streuobstwiesenschutz stellen gleich zwei Titel der UNESCO dar, das immaterielle Kulturerbe "Streuobstanbau" und die "Handwerkliche Apfelweinkultur".

Immaterielles Kulturerbe "Streuobstanbau"

2021 wurde der Streuobstanbau von der Deutschen UNESCO-Kommission in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Neben der nachhaltigen Streuobstwiesenpflege, dem Erhalt der Obstsortenvielfalt und dem Schutz ökologisch wertvoller Naturräume, soll das Bewusstsein für die Streuobstwiesenkultur gefördert und deren Bedeutung hervorgehoben werden. Dies ist vor allem wichtig, da in den letzten Jahren neben Klimawandel, Rodungen und fehlender Pflege auch das schwindende Wissen zu einem Problem wird. Die Pflege und Bewirtschaftung der Streuobstwiesen und die Verarbeitung der Früchte ist zwar arbeits- und zeitintensiv, wird jedoch mit Familie, Freunden oder im Verein zu einem gemeinschaftsbildenden Erlebnis.
(Mehr Infos zum Streuobstanbau als Immaterielles Kulturerbe finden Sie auf der Webseite der UNESCO: https://www.unesco.de/staette/streuobstanbau/)

Immaterielles Kulturerbe „Handwerkliche Apfelweinkultur“

2022 hat es die „Handwerkliche Apfelweinkultur“ ebenfalls mit einem Eintrag ins Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes geschafft. Apfelweinkultur verbindet Streuobstwiesen als landschaftsprägende Natur- und Wirtschaftsräume mit Generationen von Streuobst-Aktiven. Oft werden die handwerklich betriebenen Tätigkeiten des Obstanbaus, der Pflege, der Ernte und des Kelterns mit der ganzen Familie oder im Verein ausgeführt und von Generation zu Generation weitergegeben. So entsteht mit dem Apfelwein, hier in Hessen auch unter den Namen Ebbelwoi, Äppler oder Stöffche bekannt, ein lokales Produkt voll kultureller Bedeutung und zusätzlich hervorragend prickelnd-frischem Geschmack.
(Mehr Infos zum Streuobstanbau als Immaterielles Kulturerbe finden Sie auf der Webseite der UNESCO: https://www.unesco.de/staette/handwerkliche-apfelweinkultur/)

Immaterielles Kulturerbe „Handwerkliche Brennkunst“

Auch die „Handwerkliche Brennkunst“ wurde 2025 in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Wie schon die „Handwerkliche Apfelweinkultur“ vereint sie traditionelle Fertigkeiten und generationenübergreifendes Fachwissen mit der nachhaltigen Pflege von Streuobstwiesen. In kleinen, meist familiengeführten Brennereien werden Kenntnisse über die Herstellung der hochwertigen Destillate seit Generationen weitergegeben. Im Mittelpunkt steht dabei die nachhaltige Bewirtschaftung der Streuobstwiesen – sie bildet die Grundlage für die traditionelle handwerkliche Verarbeitung von Äpfeln, Birnen, Kirschen und anderen Früchten. So entsteht mit der handwerklichen Brennkunst ein lebendiges Kulturgut, das Generationen verbindet, die Kulturlandschaft erhält und mit Geschmack überzeugt.
(Mehr Infos zur Handwerklichen Brennkunst als Immaterielles Kulturerbe finden Sie auf der Website der UNESCO: https://www.unesco.de/staette/handwerkliche-brennkunst/)