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Wasserwiederverwendung in der Region FrankfurtRheinMain

Trinkwasser schützen, Wasser mehrfach nutzen

Dass Wasser eine wertvolle Ressource ist, sollte selbstverständlich sein. Doch nicht für jede Nutzung wird Wasser in Trinkwasserqualität benötigt. Für viele Anwendungen können auch andere Wasserqualitäten genutzt und so wertvolles Trinkwasser eingespart werden.

Dafür stehen unterschiedliche Wasserquellen zur Verfügung. Grauwasser ist leicht verschmutztes, fäkalienfreies Wasser aus Duschen, Badewannen oder Waschbecken. Nach entsprechender Aufbereitung kann es erneut genutzt werden. Betriebswasser – häufig auch als Brauchwasser bezeichnet – ist aufbereitetes Wasser für Nutzungen, bei denen kein Trinkwasser erforderlich ist. Es kann beispielsweise aus Grauwasser oder Regenwasser gewonnen werden

Leitprinzip: Die passende Wasserqualität

Entscheidend ist, für die jeweilige Nutzung die geeignete Wasserqualität bereitzustellen. Aufbereitetes Grauwasser kann beispielsweise für die Toilettenspülung oder Reinigung eingesetzt werden, Regenwasser ebenfalls für die Toilettenspülung oder Gartenbewässerung. Auch Industrie und Gewerbe können aufbereitetes Betriebs- oder Prozesswasser – etwa für Kühlung, Reinigung oder Produktion – mehrfach nutzen.

Eine zukunftsfähige Wasserwirtschaft setzt stärker auf geschlossene bzw. teilgeschlossene Wasserkreisläufe: Wasser wird nach der Nutzung – so weit technisch, hygienisch und wirtschaftlich sinnvoll – aufbereitet und weitergenutzt. So kann der Wasserkreislauf verlängert und vor Ort besser genutzt werden. Gleichzeitig lässt sich Trinkwasser gezielt dort einsetzen, wo seine hohe Qualität tatsächlich erforderlich ist.

Warum Wasserwiederverwendung wichtiger wird

Der Klimawandel verändert auch in der Region FrankfurtRheinMain die Rahmenbedingungen der Wasserversorgung. Längere Trocken- und Hitzeperioden erhöhen den Bedarf und können die Grundwasserneubildung verringern. Gleichzeitig steigen die Anforderungen durch Haushalte, Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft und öffentliche Einrichtungen.

Die Trinkwasserversorgung der Region ist aktuell leistungsfähig und stabil. Doch Trockenperioden und steigender Wasserbedarf stellen die Versorgung zunehmend vor Herausforderungen. Um die Versorgung langfristig resilient zu gestalten, braucht es mehrere Bausteine:

  • sparsamer Umgang mit Trinkwasser
  • Schutz von Grund- und Oberflächenwasser
  • Nutzung zusätzlicher bzw. alternativer Wasserressourcen
  • Wiederverwendung bereits genutzten Wassers

Vom Abwasser zur Ressource

Wasserwiederverwendung bedeutet, bereits genutztes Wasser aufzubereiten und für eine weitere Nutzung bereitzustellen, statt es nach einmaliger Nutzung vollständig abzuleiten. Je nach Herkunft und Nutzung sind dafür unterschiedliche und teilweise mehrstufige Aufbereitungsverfahren nötig: Filtration, Membran- oder Desinfektionsverfahren bei Grauwasser oder weitergehende Verfahren bei gereinigtem Abwasser.

Für eine nachhaltige Nutzung braucht es jedoch geeignete Speicher- und Verteilungssysteme. Wo kein Trinkwasser benötigt wird, kann ein getrenntes Betriebswassernetz sinnvoll sein, um aufbereitetes Wasser gezielt bereitzustellen.

Wasserwiederverwendung in FrankfurtRheinMain

Auch in unserer Region gibt es Beispiele für einen effizienteren Umgang mit Wasser. Im Industriepark Höchst wird beispielsweise Mainwasser in einem eigenen Flusswasserwerk aufbereitet und industriell genutzt. Das zeigt das Potenzial insbesondere in Industrie und Gewerbe: Durch Aufbereitung und Kreislaufführung lässt sich der Wasserbedarf reduzieren und die Ressource effizienter nutzen.

Aber auch aus dem Rhein wird Wasser entnommen, um es nach der Aufbereitung entweder zur landwirtschaftlichen Bewässerung zu nutzen oder um unsere Grundwasserspeicher wieder aufzufüllen. Mehr Infos zur Rheinwasseraufbereitung in Biebesheim.

Die Wasserentnahme aus dem Rhein zur Aufbereitung im Hessischen Ried erfolgt zum Beispiel im Brauchwasserwerk Biebesheim (Hessenwasser).

Regenwasser zurückhalten und nutzen

Ein weiterer Baustein ist die Speicherung und Nutzung von Regenwasser. In Städten und Gemeinden sollte Niederschlagswasser möglichst lange vor Ort gehalten werden. Das ist zwar keine Wasserwiederverwendung im engeren Sinne, verfolgt aber ein ähnliches Ziel: Wasser soll länger in der Region bleiben und für verschiedene Funktionen nutzbar gemacht werden.
Mehr zu diesem Thema: Wassersensible Siedlungsentwicklung / Klima-Energie-Portal

Wasserwiederverwendung kann auf unterschiedlichen Ebenen stattfinden:

  • Haushalte: Regen- und aufbereitetes Grauwasser für Toilettenspülung oder Gartenbewässerung
  • Öffentliche Einrichtungen: Regenwasser oder Betriebswasser für Grünflächen, Reinigung oder Spülungen
  • Industrie und Gewerbe: Aufbereitetes Betriebswasser für Kühlung, Reinigung und Produktion
  • Stadtquartiere: Kombination aus Regenwasserrückhaltung in Mulden und Becken, Speicherung in Zisternen, Nutzung und Versickerung
  • Landwirtschaft: Nutzung geeigneter aufbereiteter Wasserressourcen unter Einhaltung hygienischer und rechtlicher Anforderungen

Entscheidend ist eine standort- und nutzungsspezifische Betrachtung. Aufwand, Kosten, Energiebedarf, Schadstoffbelastungen, hygienische Anforderungen und örtliche Gegebenheiten müssen stets berücksichtigt werden. Es geht nicht darum, Trinkwasser grundsätzlich zu ersetzen, sondern bedarfsgerecht unterschiedliche Wasserqualitäten zu nutzen.

Was bedeutet das für FrankfurtRheinMain?

  • Ressourcen schützen: Weniger Trinkwasserverbrauch kann Grund- und Oberflächenwasser entlasten
  • Wasser mehrfach nutzen: Lokale Wasserkreisläufe können den Bedarf an Trinkwasser reduzieren
  • Versorgung langfristig sichern: Wasserwiederverwendung ergänzt die klassische Trinkwasserversorgung und stärkt eine robuste und zukunftsfähige Wasserwirtschaft

Die Region wird auch künftig auf eine leistungsfähige Trinkwasserversorgung angewiesen sein. Wasserwiederverwendung kann diese nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen. Eine resiliente Wasserversorgung braucht deshalb nicht nur neue Ressourcen, sondern auch einen bewussteren Umgang mit den vorhandenen Wasserressourcen. Der Weg führt von linearer Nutzung hin zu einem zirkulierenden Umgang:

Wasserkreislauf der Zukunft? Wasser gewinnen, bedarfsgerecht nutzen, aufbereiten, speichern und wiederverwenden.

Darin liegt ein wichtiger Baustein für die künftige Entwicklung der Region FrankfurtRheinMain. Für Kommunen, Unternehmen und private Haushalte bedeutet das, Wasser stärker als Ressource mit unterschiedlichen Qualitäten und Nutzungsmöglichkeiten zu betrachten.

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