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Datum: 17.08.2026

Obstgarten Vordertaunus


Gute Mirabellenernte in der Gemarkung Niederhöchstadt – Obstbäume leiden unter der Trockenheit

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Die Trockenheit der letzten Jahre hatte den Mirabellenbäumen stark geschadet. Viel Totholz war an den Bäumen zu sehen und die Ernte war schwach. Sichtbares Zeichen des Wassermangels ist das Absterben ganzer Äste an den Mirabellenbäumen. Um dem Baum wieder zum Austrieb neuer Äste zu „motivieren“, musste das „Totholz“ entfernt und die Obstbäume kräftig zurückgeschnitten werden.

Die starken Regenfälle im Winter und im Frühjahr haben den „Neubeginn“ gefördert. Das Wasser wurde von den Bäumen „gierig“ aufgenommen. Diese Stress-Situationen der letzten Jahre hat die Bäume viel Kraft gekostet. Deshalb war eine Düngung dringend notwendig, damit die Obstbäume wieder zu Kräften kommen. In der Regel hatten die Mirabellenbäume in diesem Frühjahr eine starke Blüte, starke Nachtfröste gab es in den Höhenlagen oberhalb des Westerbachs nicht.

Mirabellenbäume sind selten geworden

1951 gab es bei der Obstbaumzählung in Eschborn 1.308 und in Niederhöchstadt noch 4.448 ertragfähige Mirabellenbäume, finden wir heute nur noch wenige Exemplare in unserer Feldgemarkung. Der Niedergang des Mirabellenanbaus im Vordertaunus wurde durch das Ende der genossenschaftlichen Vermarktung in Kronberg (70er Jahre) beschleunigt.

Blüte und Ernte beginnen immer früher – der Klimawandel ist besonders im Obstbau spürbar

In den 50er und 60er Jahren war das zweite oder dritte Augustwochenende der übliche Erntebeginn für die Mirabellenernte. „In diesem Jahr begann bei uns die Mirabellenernte Anfang August" - so Reinhard Birkert. Auch die Blüte begann in diesem Jahr schon Ende März bzw. Anfang April. Dieser frühe Blütenbeginn ist eine Herausforderung, denn die Gefahr der Nachtfröste ist groß.

Die Mirabelle ist heute wieder als heimisches Obst sehr gefragt

„Der Markt für den Verkauf der Mirabelle ab Hof ist heute wieder vorhanden. Es gibt aber nur noch ganz wenige Erzeuger“, so Reinhard Birkert. „Die 'Mirabelle von Nancy' ist seit über 100 Jahren eine Mirabellensorte, die den Obstanbau im Vordertaunus geprägt hat. Ehemalige Kriegsgefangene brachten sie nach dem ersten Weltkrieg aus Frankreich mit.“

Mirabellenkuchen, Kompott oder Marmelade sind einige typische Produkte, die in der heimischen Küche erzeugt werden. Die Mirabelle ist ein traditionelles Erzeugnis aus dem „Obstgarten Vordertaunus“ und die Frucht ist auf dem Speiseplan vieler Familien auch als Frischverzehr fest verankert.

Zudem ist hier eine direkte regionale Kreislaufwirtschaft möglich: Die Wege zwischen Erzeuger und Verbraucher sind kurz und transparent. Es ist ein gesundes und frisches Obst aus der Region.

Aus dem Garten frisch auf dem Tisch – „Familiäre Kreislaufwirtschaft“

Für viele Familien ist es wieder wichtig, Nahrungsmittel für den Eigenbedarf zu erzeugen. Gerade Kinder sollen erleben, wieviel Zeit, Sorgfalt und Sachkenntnis notwendig ist, bis eine Gurke, eine Tomate oder ein Apfel geerntet und verzehrt werden kann. Diese Erfahrung fördert den Respekt vor einem Nahrungsmittel und dem Erzeuger.

Diese „familiäre Kreislaufwirtschaft“ ist vielleicht eine wichtige Keimzelle für ein sachgerechtes, praxisnahes ökologisches Bewusstsein. Dazu gehört auch die familiäre Obsternte.