3 Steinkauz-Röhren für die kleinen Eulen
Praktischer Artenschutz stand am vergangenen Sonntag im Mittelpunkt eines besonderen Treffens auf der Streuobstwiese. Zwei Vorstandsmitglieder der Regionalschleife Zwischen Main und Taunus kamen hier mit dem renommierten Steinkauz-Experten Bernd Zürn aus Flörsheim zusammen, um wertvolles Fachwissen aus erster Hand zu gewinnen und direkt in die Praxis umzusetzen.
Im Fokus des Treffens stand die fachgerechte Montage von Brutröhren für den Steinkauz. Wie der Experte erklärte, kommt es dabei auf die feinen Details an: Zunächst mussten auf der Wiese geeignete Äste ausgewählt werden. Diese sollten möglichst horizontal verlaufen, um den schweren Röhren stabilen Halt zu bieten. Zudem ist die Ausrichtung entscheidend – die Öffnung der Nisthilfe darf niemals zur Wetterseite zeigen, um die Vögel vor Wind und Regen zu schützen.
Gartenschläfer im Nistkasten
Da ein Steinkauz-Paar natürlicherweise mehrere Röhren als Wohn- und Jagdreviere nutzt, installierte das Team direkt drei neue Unterkünfte. Nun bleibt es spannend, ob schon bald ein Pärchen auf das Angebot aufmerksam wird und einzieht.
Ein weiteres Highlight wartete bei der anschließenden Pflegeaktion:
Als die Beteiligten mehrere ältere Nistkästen reinigten, machten sie eine faszinierende Entdeckung. Gleich vier Gartenschläfer hatten es sich in den Kästen gemütlich gemacht. Die kleinen Nagetiere befanden sich bereits im tiefen, festen Winterschlaf und wurden von den Helfern selbstverständlich nicht gestört.
Die Begegnung verdeutlicht, wie wichtig solche Schutzmaßnahmen sind: Der Gartenschläfer gilt in Deutschland als stark gefährdet. Auch wenn das Rhein-Main-Gebiet erfreulicherweise einen echten Hotspot für den verbliebenen Bestand der Art darstellt, sind die Tiere andernorts dringend auf intakte Lebensräume wie Streuobstwiesen und gut gepflegte Nistplätze angewiesen.