03.06.2025: Vernetzungstreffen »Wärmewende in der Region FrankfurtRheinMain - Team-Wärme-Planspiel«
Am 03. Juni 2025 lud der Regionalverband FrankfurtRheinMain, von 10:00 bis 15:00 Uhr zu einem Vernetzungstreffen zur Wärmewende in der Region ein. Im Fokus der Veranstaltung stand der persönliche Austausch, die Vernetzung untereinander und das gemeinsame Erleben eines Planspiels zur kommunalen Wärmeplanung.
Rund 30 Teilnehmende aus verschiedenen Kommunen und Landkreisen der Region kamen im Haus der Region in Frankfurt zusammen.
Zu Beginn begrüßte Frau Dr. Schröder-Goga (Abteilungsleitung Klima, Energie und Nachhaltigkeit) die Anwesenden. Das Format des Planspiels sei bewusst gewählt worden, um spielerisch und praxisnah Erfahrungen zur kommunalen Wärmeplanung zu sammeln und dabei in den Dialog mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Kommunen zu kommen.
Als Referierende waren zwei Fachpersonen des Kompetenzzentrums Wärmewende (KWW) aus Halle (Saale) eingeladen:
- Yannik Beermann, Experte für Kommunenberatung
- Laura Hahn, Expertin für kommunale Wärmeplanung
Beide sind seit 2023 Teil des KWW-Beratungsteams. Das „Team-Wärme-Planspiel“, das sie vorstellten, wurde bundesweit bereits rund 100 Mal erfolgreich eingesetzt – seit Anfang 2025 in überarbeiteter Fassung. Das Planspiel wird insbesondere für den Einstieg in die kommunale Wärmeplanung sowie zur Vernetzung von Fachakteuren empfohlen.
Vorstellung des Planspiels:
Herr Beermann führte grob in das Thema der Kommunalen Wärmeplanung ein und erläuterte das Konzept und den Ablauf des Planspiels („KWW-Serious Gaming: Team-Wärme“).
Die Folien bis Nr. 21 der Präsentation (s. unter Links und Dokumente) dienten der Erläuterung von Spielidee, der Rollen im Spiel, der Herausforderungen und Zielsetzung.
Das Spiel simuliert die kommunale Wärmeplanung im Jahr 2045 und stellt den Teilnehmenden verschiedene Technologien als „Spielerinnen und Spielern“ zur Verfügung. Mit diesen sollen die Teilnehmenden ein Team zusammenstellen, das eine klimaneutrale Wärmeversorgung vor Ort ermöglicht.
Der Aufbau des Spiels basiert auf einem realitätsnahen Szenario, angepasst an die kommunalen Gegebenheiten der Teilnehmenden. Die Karten symbolisieren unterschiedliche Technologien (z. B. Wärmepumpe, Biomasse, Wärmenetz), die hinsichtlich ihrer Eignung, Verfügbarkeit und Kombination bewertet werden.
Anschließend konnten die Teilnehmenden Rückfragen stellen, bevor die Einteilung in drei Kleingruppen erfolgte – orientiert an den jeweiligen Landkreisen und Kommunenzugehörigkeiten:
- Gruppe 1: Wetteraukreis, Main-Kinzig-Kreis
- Gruppe 2: Kreis Offenbach, Kreis Groß-Gerau
- Gruppe 3: Main-Taunus-Kreis, Hochtaunuskreis
Persönlicher Austausch:
Vor Beginn der Spielphase wurde eine Pause mit Imbiss genutzt, um den informellen Austausch und die regionale Vernetzung zu stärken. Viele Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen oder bestehende Netzwerke zu vertiefen.
Planspiel in Kleingruppen:
Ab 11:30 Uhr fand die Durchführung des Planspiels parallel in drei Kleingruppen statt. Jede Gruppe arbeitete mit einem Stadtplan und entwickelte mittels Spielkarten eine individuelle Wärmestrategie für ihr das kommunale Gebiet. Dabei wurden zunächst Technologien aussortiert, anschließend Startaufstellungen festgelegt und relevante Technologien auf dem Stadtplan verortet. Hierdurch können verschiedene Rollen (z. B. Verwaltung, Energieversorger, Wohnungswirtschaft), Strategien, Technologien, Methoden und auch Zielkonflikte sowie Umsetzungsmöglichkeiten diskutiert werden.
Auswertung und Lessons Learned:
Die Ergebnisse der Gruppenarbeiten wurden im Plenum vorgestellt. Es wurden Lösungen, Herausforderungen und Diskussionspunkte der jeweiligen Kommune erläutert und diskutiert. Bemerkenswert war die Vielfalt an Herangehensweisen – abhängig von der Größe, Struktur und geographischen Lage der Kommune. Die Vorstellungen wurden von Herrn Beermann moderiert.
Dabei wurde deutlich:
- Das Planspiel ermöglicht einen niedrigschwelligen Zugang zum Thema,
- es schafft ein Verständnis für die Vielschichtigkeit der Aufgaben,
- und es fördert den Austausch zwischen Akteuren mit unterschiedlichen fachlichen Hintergründen.
Im Anschluss griffen Herr Beermann und Frau Hahn zentrale Erkenntnisse auf und sprachen wichtige Empfehlungen für die KWP-Praxis aus (Präsentation „Lessons Learned…“ Folie 24–30):
- Die Entscheidung für zentral (wie Fernwärme) oder dezentral (Wärmepumpe) ist meist eine Grundsatzfrage.
- Erzeugung, Transport, Speicherung und Steuerung erneuerbarer Wärmequellen müssen zusammengedacht werden.
- Die kommunale Wärmeplanung ist sowohl Prozess als auch Ergebnis – Beteiligung aller wichtigen Akteurinnen und Akteuren ist hierfür zentral.
Fazit und Ausblick:
Das Planspiel „Team Wärme“ hat gezeigt, wie Fachinformationen, strategische Überlegungen und kreative Zusammenarbeit auf spielerische Weise vermittelt werden können. Die Kombination aus methodischem Input, praktischer Anwendung und persönlichem Austausch wurde von den Teilnehmenden durchweg positiv aufgenommen.
Alle Teilnehmenden wurden eingeladen, sich bei Fragen, Anregungen oder Unterstützungsbedarf an Frau Reinisch vom Regionalverband zu wenden.
Fotos & Materialien:
Die Veranstaltung wurde fotografisch begleitet. Eine Auswahl an Bildern sowie die Präsentation des KWW-Teams werden unter „Links und Dokumente“ bereitgestellt.