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Von nassen Füßen zur bequemen Brücke

Wer denkt heute beim Überqueren eines Flusses oder Gewässers auf einer großen Brücke daran, wie viel Mühe Menschen in früheren Zeiten damit hatten, dieselbe Stelle zu passieren? Vor der technischen Entwicklung von tragfähigen Brücken musste man schwimmen, bekam an einer Furt nasse Füße oder musste mit einem Boot oder einer Fähre über das Wasser gelangen.

Zwischen Frankfurts Stadtteilen Harheim und Nieder-Eschbach direkt am Nieder-Eschbacher Stadtweg befindet sich ein kulturhistorisches Zeugnis, das heute wie auch schon vor tausenden von Jahren genutzt wird: die Furt über den Eschbach. Sie liegt da, wo die römische Steinstraße den Eschbach querte. Diese Steinstraße führte ab dem ersten Jahrhundert n. Chr. von Mainz-Kastel zu den römischen Limeskastellen in Okarben (Stadt Karben) und Echzell in der Wetterau.

Der Sage nach benutzte ein riesiger Leichenzug im Juli 754 die Eschbachfurt bei der Überführung der Gebeine des Heiligen Bonifatius von Mainz nach Fulda. Die Furt ist heute von beiden Seiten zugänglich und wird von Landwirten, Pferden und Badelustigen gleichermaßen genutzt. 

  • Die Furt über den Eschbach in Frankfurt

  • Die Grasbrücke bei Mainhausen


Mit dem Bau der ersten Brücken wurde das Überqueren eines Gewässers wesentlich erleichtert. Die mittelalterliche »Grasbrücke« südlich von Mainhausen-Mainflingen ist hierfür ein gutes Beispiel. Sie liegt an der alten Messegeleitstraße von Augsburg/Nürnberg nach Frankfurt, die die Kaufleute benutzten, und markierte die Grenze zwischen dem Kloster Seligenstadt und dem Zehntbezirk Bachgau. 

An der Grenzbrücke, die zugleich auch Teil der Bachgauer Landwehr war, wurde der Mainzoll eingezogen. Außerdem lösten sich hier an der Herrschaftsgrenze die den Geleitzug schützenden Reiter ab. Der jetzige Bauzustand der Rundbrücke aus großen behauenen Steinen stammt aus der Zeit nach ihrer Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg.

Die Landgrabenbrücke in Groß-Gerau überspannt den Landgraben, der 1582 zur Entwässerung des Hessischen Rieds angelegt wurde.

  • Die Landgrabenbrücke in Groß-Gerau

  • Die Mainfähre bei Frankfurt-Höchst

  • © Samml. Christine und Gerhard Hochheimer

    Motorisierte Fähre zwischen Okriftel und Kelsterbach, 1950er-Jahre


Auch noch in Betrieb befindliche Verkehrsmittel können kulturhistorisch wertvoll sein. So beispielsweise die letzte im Stadtgebiet von Frankfurt verkehrende Mainfähre in Höchst. Bevor der Main in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kanalisiert wurde, gab es nahe dieser Stelle auch eine Furt durch den Main (Frankfurt = die Franken-Furt). Nachgewiesen ist die Höchster Fähre seit 1623, im 19. Jahrhundert betrieb man eine Seilfähre, wobei die schräggestellte Fähre durch die Wasserkraft an einem Seil über den Main gezogen wurde. Bis 1991 bediente noch eine Autofähre den Verkehr, heute werden Personen zu Fuß und mit dem Rad übergesetzt.