Gewehrsalven für die Hochstädter Weinreben
Inmitten der Hochstädter Obstwiesen, die bis ins 19. Jahrhundert Weinanbaugebiet waren, steht am nördlichen Rand von Maintal-Hochstadt ein kleines Fachwerkgebäude auf einem Basaltsockel. Es ist eines von ehemals drei Schützenhäuschen, aus denen, besonders vor der Weinlese, die reifenden Weinreben der Umgebung bewacht wurden. Der Wachposten im Häuschen feuerte gelegentlich sein Gewehr ab, um die kostbaren Reben vor hungrigen Vögeln und Diebstahl zu schützen. Das Schützenhäuschen ist somit ein wichtiges und erhaltenswertes Zeugnis der Hochstädter Weinbaugeschichte.
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Das Schützenhäuschen bei Maintal-Hochstadt
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Weinbergterrassen in Maintal-Hochstadt
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© Team Hessenpark
Weinberg im Freilichtmuseum Hessenpark
Die Hochstädter Streuobstwiesen, die es umgeben, und auch die 200 Meter entfernten Weinbergterrassen wurden erstmals im 9. Jahrhundert erwähnt. Im 19. Jahrhundert verschwand der Weinbau, Gründe hierfür waren der ausgelaugte Boden und die Abwanderung von Arbeitskräften in die Industrieregionen und nach Übersee. Der letzte Weinberg wurde in Hochstadt 1906 gerodet. Anstelle des Weinbaus wurden Obstwiesen angelegt, in denen man besonders Äpfel (zur Apfelweinherstellung), aber auch Kirschen, Birnen, Walnüsse und Zwetschgen ernten kann. So wurde aus dem einstigen Weindorf eine bekannte Apfelweingemeinde.
Im Freilichtmuseum Hessenpark kann man sehen, wie Weinberge früher terrassenförmig, also quer zum Hang, angelegt wurden. Später wurden die Weinberge in Falllinie, also längs zum Hang, umgebaut, um sie rentabler zu machen. Das führt, besonders in Steillagen, aber dazu, dass die Böden bei Dürre schneller austrocknen oder Starkregen ganze Böden mit sich reißt. Mittlerweile kehrt man zum Teil wieder zur Terrassen-Form zurück, da festgestellt wurde, dass sie dem Klimawandel besser trotzt. Es ist ein schönes Beispiel dafür, dass unsere Vorfahren schon sehr nachhaltig dachten.