Limeshain ist »Streuobstkommune des Jahres 2026«
Regionalverband FrankfurtRheinMain würdigt vorbildliches Engagement für den Erhalt wertvoller Streuobstbestände.
Die Gemeinde Limeshain ist «Streuobstkommune des Jahres 2026«. Rouven Kötter, Erster Beigeordneter des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain, überreichte die Auszeichnung auf dem Gelände der Natur- und Vogelschutzgruppe Hainchen. Bürgermeister Adolf Ludwig nahm die Ehrung gemeinsam mit Chris Marvin Wolf vom Traditionsverein und Karlheinz Margraf von der Natur- und Vogelschutzgruppe Hainchen entgegen. Damit würdigt der Regionalverband das umfassende Engagement der Gemeinde und der örtlichen Vereine für den Schutz, die Pflege und die Weiterentwicklung der Streuobstbestände.
„Limeshain zeigt auf beeindruckende Weise, wie der Erhalt unserer Streuobstwiesen mit Naturschutz, Bildung und bürgerschaftlichem Engagement verbunden werden kann. Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Kulturlandschaft. Sie bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Nahrung und Rückzugsräume, bewahren alte Obstsorten und prägen zugleich das unverwechselbare Bild unserer Heimat“, sagte Rouven Kötter. „In Limeshain werden diese wertvollen Bestände nicht nur gepflegt: Die Gemeinde entwickelt gemeinsam mit Vereinen, Fachleuten und jungen Menschen eine langfristige Perspektive für dieses besondere Kulturlandschaftsbiotop. Dieses Engagement verdient Anerkennung – und hoffentlich viele Nachahmer.“
Ein Schwerpunkt der Limeshainer Aktivitäten ist der geplante Streuobstlehrpfad durch die Ortsteile Himbach und Hainchen. Beide Abschnitte sollen jeweils eigenständig begangen oder zu einer gemeinsamen Route verbunden werden können. Das Konzept wurde von Frank Uwe Pfuhl entwickelt und liegt bereits vor. Eine wichtige Grundlage bildet die umfangreiche Erfassung der örtlichen Obstbäume. Rund 3.800 Apfel- und Birnbäume auf kommunalen sowie freiwillig einbezogenen privaten Grundstücken wurden fachkundig untersucht. Dabei wurden die Obstsorten bestimmt und die Bäume kartiert. Die Ergebnisse sind bereits in das Streuobstkataster des Regionalverbandes eingeflossen.
„Streuobstwiesen gehören zu Limeshain und prägen unsere Landschaft. Wir wollen sie nicht nur bewahren, sondern wieder stärker in das Bewusstsein der Menschen rücken“, erklärte Bürgermeister Adolf Ludwig. „Der geplante Lehrpfad, die Rekultivierung verwilderter Flächen und die Zusammenarbeit mit Vereinen, Naturschutz und unserer Grundschule zeigen, dass Streuobst in Limeshain ein echtes Gemeinschaftsprojekt ist. Die Auszeichnung ist eine große Anerkennung für alle, die sich daran beteiligen und motiviert uns für unsere weitere Arbeit.“
Unterstützt werden die Aktivitäten der Gemeinde insbesondere durch die örtlichen Vereine und Naturschutzakteure. Die gemeinsame Entgegennahme der Auszeichnung durch Bürgermeister Adolf Ludwig, Chris Marvin Wolf und Karlheinz Margraf unterstreicht, wie eng Kommune und Ehrenamt bei der Pflege und Weiterentwicklung der Streuobstlandschaft zusammenarbeiten.
Bis zur Landesgartenschau 2027 soll zudem ein verwildertes Streuobstgrundstück rekultiviert und zu einem beispielhaften Biotop entwickelt werden. Die Gemeinde bemüht sich darüber hinaus, weitere – bevorzugt verwilderte – Grundstücke zu erwerben und wieder fachgerecht herzurichten.
Auch die Umweltbildung spielt eine wichtige Rolle. Gemeinsam mit der Ganztagsbetreuung der Grundschule sollen Kinder frühzeitig für den ökologischen Wert von Streuobstwiesen begeistert werden. Zudem beteiligt sich Limeshain mit mehreren Standorten am Projekt »Wetterauer Ernten«. Zahlreiche kommunale Streuobstflächen wurden zur Pflege an einen Schäfer verpachtet. Die Beweidung mit Schafen verbindet eine naturnahe Flächenpflege mit einem für die Bevölkerung unmittelbar erlebbaren Landschaftsbild.
Mit der Auszeichnung zur »Streuobstkommune des Jahres« macht der Regionalverband FrankfurtRheinMain beispielhafte kommunale Initiativen sichtbar, die Streuobstwiesen als Lebensraum, Kulturgut und Teil der regionalen Identität dauerhaft erhalten.