Sprungziele
Inhalt
Datum: 30.11.2020

»Bewegungsqualität für alle!«

Regionalverband FrankfurtRheinMain legt Mobilitätsstrategie vor

"FrankfurtRheinMain in Bewegung - die Mobilitätsstrategie für die Region“, so lautet das Ergebnis nach zwei Jahren intensiver Arbeit beim Regionalverband. Die Mobilitätsstrategie formuliert eine klare Vision, benennt dazu messbare Verkehrs- und Klimaziele und konkretisiert diese mit 19 Maßnahmen, mit deren Umsetzung sofort begonnen werden soll. Für alle Menschen in der Region soll eine Bewegungsqualität hergestellt werden: In fünf Gehminuten soll von jeder Haustür der Region ein öffentlich zugängliches, attraktives Mobilitätsangebot erreichbar sein. Das ist nicht nur mit wenigen Großprojekten zu schaffen, sondern mit vielen Bausteinen, die sofort angepackt und umgesetzt werden können.

19 Maßnahmen, drei Forderungen: Mobilität für alle, unnötigen Verkehr vermeiden und nötigen Verkehr gestalten

Die 19 Maßnahmen verteilen sich auf sechs thematische Pakete und sind alle mit einem oder mehreren ‚Kümmerern‘ versehen. Alle Maßnahmen dienen der Forderungen zur zukünftigen Entwicklung in FrankfurtRheinMain: Mobilität für alle, unnötigen Verkehr vermeiden und nötigen Verkehr gestalten.

Einige der Maßnahmen, wie beispielsweise die Radwegeoffensive mit einem Netz von neun Radschnellwegen durch die Region oder die Implementierung eines Schienen-Coachs für Kommunen und Unternehmen in der Region, wurden bereits vorgezogen und sind in Arbeit. Andere Maßnahmen, wie ein kreisweites Carsharing-Angebot oder die regionale Strukturierung der Wirtschaftsverkehre, sollen nun angegangen werden.

Eine Auswahl der Maßnahmen, um die sich der Regionalverband gemeinsam mit anderen Organisationen und seinen Mitgliedskommunen kümmern will:

  • Bau von neun Radschnellwegen durch die Region
  • Schließung der Lücken im überörtlichen Radroutennetz
  • Entwicklung eines regionalen Konzepts für maßgeschneiderte Mobilitätsstationen
  • Ausbau der Bike+Ride-Anlagen
  • Erarbeitung eines regionalen Park+Ride-Konzepts
  • Beratungs- und Vernetzungsangebote zum Thema Fußverkehr
  • Verbesserung der fußläufigen Erreichbarkeit wichtiger Versorgungseinrichtungen und Bahnhaltepunkte
  • Barrierearmer Ausbau aller Schienenhaltepunkte
  • Fokus der Siedlungsentwicklung auf bestehende oder neue Schienenhaltepunkte
  • Aufbau von On-demand-Verkehren in der gesamten Region
  • Entwicklung urbaner Seilbahnen
  • Mehr Güter auf die Schiene durch Gleisanschlüsse
  • Erarbeitung eines regionalen Wirtschaftsverkehrskonzepts
Beschluss der Mobilitätsstrategie

Die Mobilitätsstrategie geht nun in die politischen Gremien des Regionalverbandes. Direkt nach dem Beschluss durch die Verbandskammer werden die Maßnahmen zusammen mit den Partnern umgesetzt.

Die gesamte Mobilitätsstrategie ist hier abrufbar: www.region-frankfurt.de/mostra

Interview mit Mobilitätsdezernent Rouven Kötter (SPD)

Braucht die Region eine Mobilitätsstrategie?

Ja. Unsere Region ist von permanenter Bewegung und Dynamik geprägt. Dennoch erleben wir häufig Stillstand oder Schneckentempo – im Stau, in vollen Zügen oder beim Bau großer Infrastrukturprojekte. Das wollen wir ändern und zwar nicht erst in zehn, zwanzig Jahren, sondern unverzüglich.

Dafür braucht man aber Großprojekte, wie den Fernbahntunnel oder den Schienenring um Frankfurt. Wie soll das kurzfristig gelingen?

Diese Projekte bleiben wichtig und müssen mit Hochdruck weiterbearbeitet werden. Aber diese Vorhaben dürfen nicht als Ausrede für anhaltenden Stillstand benutzt werden. Vielmehr bedarf es vieler Maßnahmen, um ans Ziel zu kommen. Wichtig ist, dass wir heute noch anfangen und nicht beim Warten auf den großen Wurf vergessen, den ersten Schritt zu gehen.

Welche konkreten Schritte schlägt die Mobilitätsstrategie vor?
Wir haben sechs Pakete mit insgesamt 19 konkreten Maßnahmen erarbeitet. Das geht vom lückenlosen Radwegenetz über kreisweite Carsharing-Angebote bis hin zur Strukturierung der immer umfangreicher werdenden Wirtschaftsverkehre. 14 Maßnahmen will der Regionalverband selbst anpacken. Aber alleine kann es nicht gelingen. Die Mobilitätswende ist eine Gemeinschaftsaufgabe.

Was sind die Ziele der Mobilitätsstrategie?


Wir wollen Bewegungsqualität für alle in unserer Region erreichen. Von jedem besiedelten Ort soll innerhalb von fünf Gehminuten ein Mobilitätsangebot zu erreichen sein. Unnötiger Verkehr soll vermieden, notwendiger Verkehr umweltfreundlich und umfeldgerecht gestaltet werden.

Wie geht es nun weiter?

Wir werden direkt nach dem Beschluss durch die Verbandskammer an die Umsetzung der Maßnahmen gehen. Der Arbeitsauftrag unserer Mitgliedskommunen war klar und deutlich: Es soll angepackt und umgesetzt werden. Die eigentliche Arbeit geht also jetzt erst richtig los.